Was ist Angina pectoris (AP)?
Angina pectoris (auch Stenokardie genannt) bezeichnet einen Schmerz des Herzens, der anfallsartig verläuft und dessen Auslöser eine Durchblutungsstörung des Herzens ist. Die Anfälle dauern Sekunden bis zu Minuten. Ursachen für Angina pectoris können sowohl physische als auch psychische Belastung sein. Als Risikofaktoren für Verengungen von Herzkranzgefäßen und daraus resultierende Durchblutungsstörungen gelten u. a. fettreiche und vitaminarme Ernährung – was Übergewicht und hohe Cholesterinwerte zur Folge hat – sowie z. B. Bewegungsmangel, Nikotinkonsum, Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte bei Diabetes mellitus. Männer tragen im Vergleich zu Frauen ein erhöhtes Risiko.
In Bezug auf die Situation, in der die Anfälle auftreten, kann man zwischen der Ruhe-AP und der Belastungs-AP unterscheiden, wobei die Ruhe-AP eine akute Infarktgefahr beinhaltet. Man unterscheidet verschiedene Formen der Angina pectoris, worunter die häufigsten die sog. stabile und die instabile Angina pectoris sind. Daneben gibt es die Angina decubitus, die Prinzmetal-Angina, die Belastungsangina, die Präinfarktangina und die therapieresistente Angina.
Stabile Angina pectoris
Bezeichnend für die sog. stabile Angina pectoris ist es, dass das Auftreten der Symptome bzw. der Schmerzen immer gleich ist. Die Anfälle, die bei körperlicher Belastung auftreten, können mit Maßnahmen wie einer körperlichen Schonung und der Einnahme von Medikamenten vermindert werden.
Instabile Angina pectoris
Tritt die Angina pectoris zum ersten Mal oder in Ruhe auf, spricht man von einer instabilen Angina pectoris. Ebenso wird diese Bezeichnung verwendet, wenn die Häufigkeit und die Dauer der Anfälle sowie die Stärke der Schmerzen bei nicht ausreichender Medikamentenwirkung zunehmen. Die zugrunde liegenden Krankheiten der instabilen Angina pectoris sind häufig eine linksseitige Hauptstammstenose (die das Herz umgebenden Arterien sind verengt) oder die Koronare Herzkrankheit (erkrankte Herzkranzgefäße mit daraus folgenden Durchblutungsstörungen). Besonders durch das erhöhte Herzinfarktrisiko ist es bei der instabilen Angina pectoris von großer Wichtigkeit, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Unterart der instabilen Angina pectoris ist die sog. Angina decubitus, die auch unter dem Namen Angina nocturna bekannt ist. Die Anfälle und die begleitenden Schmerzen treten besonders nachts im Ruhezustand und liegend auf.
Prinzmetal-Angina
Die Anfälle der seltenen sog. Prinzmetal-Angina (zuerst beschrieben 1959 von Myron Prinzmetal), die auch von einem erhöhten Infarktrisiko begleitet wird, treten unabhängig von körperlicher Anstrengung auf. Es verkrampfen sich die Herzkranzgefäße.
Bei den anderen Angina pectoris Formen, der Belastungsangina, der therapieresistenten Angina pectoris und der Präinfarktangina sind die Bezeichnungen selbsterklärend.
sz
