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Wissenswertes Angina Pectoris
Wissenswertes zur Angina pectoris

Im Glossar werden wichtige Begriffe zur Erkrankung Angina pectoris aufgeführt und erörtert. U. a. Fachbegriffe aus der medikamentösen und operativen Behandlung der Angina pectoris, wie die Ballondilatation, die Bypass-Operation oder Arzneistoffe wie Betablocker oder Nitroglyzerin. Auch die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure und Heparin und die Bedeutung des Cholesterins für die Entstehung einer Angina pectoris werden ausgeführt.

Wissenswertes zur Angina pectoris

ASS

Die Abkürzung ASS steht für Acetylsalicylsäure, welche als Wirkstoff zur Schmerzlinderung, Senkung von Fieber und Hemmung von Blutgerinnung und Entzündungen eingesetzt wird. Erstmalig wurde der Wirkstoff aus Weidengewächsen gewonnen. Neben dem Einsatz als Schmerz- und Fiebermedikament wird ASS häufig auch zur Vorbeugung von Herzinfarkten eingesetzt.

Ballondilatation

Die sog. Ballondilatation ist eine von dem Kardiologen Andreas Grünzig entwickelte Methode, um Blutgefäße, die durch eine Erkrankung verengt sind, aufzudehnen. Bei diesem Verfahren wird ein Ballon an einem Gefäßkatheter angebracht. Dieser wird dann vor Ort langsam unter hohem Druck zur Entfaltung gebracht. Eingesetzt wird dieses Verfahren u. a. an der Halsschlagader, bei Nierenarterien und bei der Koronaren Herzkrankheit auch an den Herzkranzgefäßen. In der Regel wird nach der Ballondilatation eine Gefäßstütze (Stent) in die Arterie eingesetzt.

Betablocker

Mit dem Sammelbegriff Betablocker werden Arzneistoffe benannt, die ähnlich im Körper wirken: Sie hemmen bestimmte Stresshormone wie z. B. Adrenalin und bewirken dadurch, dass sowohl der Blutdruck als auch die Pulsfrequenz gesenkt werden.

Bypass

Bei einer sog. Bypassoperation wird eine Engstelle der Gefäße überbrückt. Dazu wird entweder eigenes, künstliches oder Venen- bzw. Arterienmaterial von Verstorbenen genutzt. Dieser operative Eingriff wird am Herzen meist bei der Koronaren Herzkrankheit vorgenommen.

Cholesterin

Cholesterin ist ein Blutfett, eine lebenswichtige Substanz. Sie wird für den Aufbau von Zellmembranen sowie für den Hormonstoffwechsel und für die Produktion von Gallensäure gebraucht. Doch um das Cholesterin im Blut zu transportieren, muss es von Transporteiweißen, den Lipoproteinen, umhüllt sein. Je nach Dichte dieser Eiweiße wird zwischen HDL (High Density Lipoprotein), LDL (Low Density Lipoprotein) und VLDL (Very Low Density Lipoprotein) unterschieden. Überschüssiges Cholesterin wird in LDL verpackt und z. B. in den Blutgefäßen abgelagert. Daher wird es auch als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet. HDL dagegen ist der „gute“ Gegenspieler: Es kann Cholesterin aufnehmen und zur Leber transportieren, wo es für die wichtigen Körperfunktionen verarbeitet wird.

EKG

Die Abkürzung EKG steht für die Bezeichnung Elektrokardiogramm und benennt eine Untersuchungsmethode, bei der die elektrischen Aktivitäten der Herzmuskelfasern gemessen und ausgewertet werden. Mit diesem Untersuchungsverfahren, das zum einen im Ruhe- und zum anderen im Belastungszustand erfolgen kann, können Diagnosen zu Herzerkrankungen gestellt werden.

Heparin

Heparine sind Wirkstoffe, die zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt werden.

Koronare Herzkrankheit

Bei der Koronaren Herzkrankheit, die auch ischämische Herzkrankheit genannt wird, sind die Herzkranzgefäße erkrankt. Die Angina pectoris ist das Hauptsymptom der Koronaren Herzkrankheit, bei der es durch eine zugrunde liegende Arterienverkalkung zu Durchblutungsstörungen und damit zu einer mangelnden Versorgung des Herzens mit Sauerstoff kommt.

Nitroglyzerin

Darüber hinaus kann der Arzt auch ein Nitroglycerin-Präparat verschreiben. Das entspannt die glatte Muskulatur der Blutgefäße und die Gefäße erweitern sich. Zum einen wird dadurch das Herz entlastet, weil der Blutdruck im gesamten Herz-Kreislauf-System sinkt. Zum anderen kann durch die erweiterten Koronargefäße mehr Blut fließen und der Sauerstoffmangel im Herzmuskel wird vermindert. Nitroglyzerin bekämpft schnell die Angina pectoris Symptome. Nitroglyzerinsprays können auch vor körperlichen und seelischen Belastungen angewendet werden, um einen Angina pectoris Anfall zu vermeiden. Daher sollten diese Präparate immer bei sich geführt werden.

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Diagnose Angina Pectoris

Nach einem ersten Anamnesegespräch, bei dem der Arzt sich über die Beschwerden des Patienten erkundigt, werden weitere Diagnoseverfahren eingesetzt, u. a. um die Angina pectoris von möglichen anderen Erkrankungen abzugrenzen. Dazu können ein EKG, ein Ultraschall des Herzens oder eine Myokardszintigrafie gehören. Darüber hinaus werden die Blutzucker- und Cholesterinwerte sowie der Blutdruck kontrolliert. Bestätigt sich der Verdacht auf eine Angina pectoris, kann diese in verschiedene Schweregrade eingeteilt werden. Bei einem leichteren Schweregrad kommt es meist nur in Verbindung mit körperlicher Anstrengung zu Symptomen, während die Beschwerden bei einem höheren Schweregrad auch im Ruhezustand auftreten können.

Therapie Angina Pectoris

Die Therapie der Angina pectoris richtet sich nach dem individuellen Erkrankungsbild des Patienten. Zur schnellen Linderung der Beschwerden werden Nitrosprays eingesetzt. Eine medikamentöse Behandlung sollte immer erfolgen. Zusätzlich können perkutane koronarinterventionen oder operative Behandungen in Frage kommen. Bei der medikamentösen Therapie kommen u. a. sog. Nitrosprays zum Einsatz, die die Herzgefäße erweitern und für eine bessere Sauerstoffversorgung des Herzens sorgen sollen. Auch Acetylsalicylsäure, Statine, lang wirksame Nitrate sowie Beta- und Kalziumblocker können vom Arzt verordnet werden, um das Herz zu entlasten. Bei einer starken Verengung der Gefäße kann u. U. nur eine Wiedereröffnung des Gefäßes helfen. Hier wird der Arzt in der Regel eine perkutane Koronarintervention oder eine Bypass-Operation vorschlagen.

Um einer Angina pectoris generell vorzubeugen sollte man einen möglichst gesunden Lebensstil verfolgen. Dazu gehören u. a. die Vermeidung von Stressfaktoren, eine ausgewogene Ernährung, die Reduzierung von Übergewicht und der Verzicht auf Nikotin. Darüber hinaus sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen beim Arzt erfolgen.

Bei einem akuten Anfall eignen sich in der Regel Nitrosprays, da der enthaltene Wirkstoff Glyceroltrinitrat schnell vom Körper aufgenommen wird. Auch zur Vorbeugung vor absehbarer körperlicher Anstrengung oder Stresssituationen können Nitrosprays angewendet werden um so eine mögliche Verengung des Herzens zu verhindern.